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Rockin' Monte Carlo PDF Drucken E-Mail
Samstag, den 28. Januar 2012 um 17:55 Uhr,  Geschrieben von: STENO   

mcarlo620Geglaubt haben es einige, gehofft viele, aber wirklich damit gerechnet? Am 22.01.2012, 23.59 Uhr, war es Gewissheit: „Un Clown d’Or a familie Rene Casselly“ – ein Goldener Clown für die Familie Casselly beim 36. Circusfestival von Monte-Carlo! Als beim Gala-Dinner im Fairmont-Hotel nach der Vergabe der Sonderpreise des diesjährigen Festivals die Gewinner der Clowns bekannt gegeben wurden, gab es bei den Cassellys kein Halten mehr. Jubel brach aus, Rene Casselly wurde mehrfach in die Luft geworfen und Rene junior überragte beim Zwei-Mann-hoch alle anderen. Familienmitglieder, Freunde – ja der ganze Saal schien mit den Cassellys zu feiern.

mcarlo03Gefeiert wurden die beiden Elefanten-Nummern der Familie Casselly bereits bei den Auswahlvorstellungen; besonders bei der Schleuderbrett-Nummer (Höhepunkt der dreifache Salto von Rene jun.
auf den Rücken eines Elefanten) erhob sich das Publikum mehrfach von den Sitzen. Dr. Alain Frere, Circusexperte und artistischer Berater des Festivals hatte schon vor der Bekanntgabe der Clown –Gewinner prophezeit, dass man, wenn man in Zukunft über das 36. Festival sprechen werde, immer auch über die einmalige Leistung von Rene Casselly jun. sprechen wird!
Vier Sonderpreise (u. a. der Kinderjury) komplettierten den Erfolg der Cassellys.
mcarlo04Aber auch unter den anderen Teilnehmer des diesjährigen Festivals gab es eine Vielzahl leistungsstarker Nummern.
Cai Yong, der 18jährige Handstandequilibrist des „Shanghai Circus“, begeisterte mit seiner atemberaubenden Darbietung Publikum und Jury zugleich; zusammen mit der Schleuderbrettnummer des „Shanghai Circus“ (Sonderpreis Conseil National) erhielt er den zweiten Goldenen Clown des diesjährigen Festivals (und den Sonderpreis TMC Monte-Carlo). Leider missglückten in der Auswahlvorstellung am Samstag mehrere Tricks der Schleuderbrett-Artisten und einige Akteure trugen offensichtliche Blessuren, bis hin zu blutenden Platzwunden eines Fängers, davon.
Ähnliches passierte Artisten der doppelten Russischen Schaukel der Truppe Vorobiev (Silberner Clown) während der Preisträger-Gala. Bei allem Verständnis für den Ansporn der Akteure und Verantwortlichen, so sollte doch irgendwann die „Reißleine“ gezogen werden.
Außerhalb der Vorstellung, im Vorfeld der Preisträger-Gala, ereilte das Verletzungspech leider auch Kathy Azzario, so dass ihre Schwester Quincy aus den Händen von Prinzessin Stephanie einen Silbernen Clown für die kraftvolle Hand-auf-Hand-Akrobatik alleine entgegen nahm .
Den Schlußtrick (Leiterbalance mit Quincy’s einarmigem Handstand auf dem Kopf von Kathy, die dann eine Leiter erklimmt) hatten die beiden in der besuchten sonntäglichen Auswahlvorstellung ohne Sicherheitslonge gezeigt. Zusätzlich zu dem Silbernen Clown erhielten die Azzario Sisters noch zwei Sonderpreise (Cirque d’Hiver und Bolchoi Circus).
Der dritte Silberne Clown ging an den tanzenden Raubtierlehrer Vladislav Goncharov, der für seine Löwendressur außerdem noch mit drei Sonderpreisen (u. a. von Rosgoscirk) ausgezeichnet wurde.
Insgesamt sechs Bronzene Clowns verlieh die Jury unter dem Vorsitz von Prinzessin Stephanie.
Die Preisträger waren hier die Truppe "Flying to the stars" mit ihrer Kombination aus Reck- und Trampolinartistik (zusätzlich Sonderpreis Stardust Circus), das Duo Israfilov mit ihrer an „Flight of passion“ erinnernden Strapaten-Darbietung (Sonderpreis „Acrobates de Chine“), die "Skating Pilar" mit ihrer Rollschuh-Nummer (Sonderpreis „Nice Matin“ und „Emilien Bouglione“), die vom Circus Krone bekannte Flugtrapez-Nummer der "Flying Zuniga"
(Spezialpreis „Gandey“), die mongolische Truppe Khadgaa mit ihrer kombinierten Darbietung aus Kraftakt und Handvoltigen (Sonderpreis „Erich Rozewicz“) sowie das Duo Stipka mit seinem neu choreografierten Pas de Deux auf zwei schwarzen Friesenhengsten.
Denisa und Dany Stipka erhielten zusätzlich noch den Sonderpreis „Le Cirque dans l’Univers“ und den Sonderpreis der Gesellschaft der Circusfreunde e. V..
Leider ohne einen der begehrten Clowns, dafür aber mit dem Sonderpreis „Souvenir de la Princesse Antoinette" als jüngster Teilnehmer und zwei weiteren Sonderpreisen („Trophee Louis Merlin“ und „Studio Grimailo“) wurde das Jongleur-Wunderkind Ty Tojo ausgezeichnet. Faszinierend mit welcher Sicherheit Ty selbst die schwierigsten Figuren jongliert – präzise wie ein Uhrwerk.
Hut-Jonglage und Stuhlbalance kombinierte das Duo Rubsov und durfte sich über den Sonderpreis der „Societe des Bains de Mer Hotels & Casinos“ freuen.
Im wahrsten Sinne des Wortes rund ging es bei der Truppe „Infernal Varanne“: zuerst in zwei Motorradkugeln  nebeneinander (jeweils drei Fahrer), befuhren zum Schluß dann sechs Motorradfahrer gleichzeitig eine Motorradkugel mit nur 4,25m Durchmesser – zusätzlich dazu stand noch eine Artistin in der Kugel. Für die bereits im Guiness-Buch der Rekorde verewigte Leistung gab’s in Monte-Carlo zwei Sonderpreise (Ville Monaco und Kobsov Circus). Erika Lemay durfte sich für ihre beiden Darbietungen (Handstand-Equilibristik und
Luftring) ebenso über einen Sonderpreis (monegassische Cirucusfreunde) freuen wie Ekatarina Shavrina für ihre trickreiche Kür am schwingenden Trapez (Sonderpreise „Arlette Gruss“). Der Buchredner Marc Métral (Sonderpreis des Fairmoint-Hotels) kam im großen Chapiteau des Festivals leider nicht so gut zur Geltung .
Keinerlei Probleme, die Manege auszufüllen und mit ihrer schwungvollen Akrobatik auch die Zuschauer in den letzten Bankreihen zu begeistern, hatte die Cherifan-Truppe mit ihren menschlichen Pyramiden und zahlreichen Salti - in zwei unterschiedlichen Aufmachungen, mal“ klassisch“ arabisch und dann im Piraten-Look zur Musik aus „Fluch der Karibik“. Der Sonderpreis der ECA war die verdiente Anerkennung.
Mit der großen Pony-Freiheit (20 Ponys) und ihrer Haustiernummer waren Mercedes und Alexandra Probst nach Monte-Carlo gereist und während sich im Jahre 2003 Maike und Jörg Probst (Affendressur und Bauernhoftiere) beim 27. Festival über einen Bronzenen Clown freuen durften, mussten sich Mercedes Probst und ihre Tochter Alexandra mit einem Sonderpreis (Grand Cirque de’etat de St. Petersburg) begnügen.
Für den humoresken Teil des Festivals waren dieses Jahr gleich mehrere Akteure zuständig. Zum Publikumsliebling avancierte hierbei zu recht Steve Eleky, der mit seiner Comedy (Jonglage und Zauberei) auch das französische Publikum zu begeistern wusste – nicht weniger als drei Sonderpreise(Circus Nikulin, Jerome Medrano und Blackpool Tower Circus) waren der verdiente Lohn. Über zwei Sonderpreise („SACEM“ und „Jose Maraia Gonzales Villa jr.“) durften sich die Jose Michel Clowns mit ihrem Wasser-Entree freuen; die Bobylev Clowns erhielten für ihre Reprisen (u. a. Ping-Pong-Jonglage) den Sonderpreis der italienischen Circusfreunde.
Das Circustheater Bingo zeichnete nicht nur für das Opening der jeweiligen Shows verantwortlich, sondern steuerte neben einem dreifachen Trapez auch noch die Kontorsionistik-Nummer von Daria Shcherbyna bei; neben der besonderen Erwähnung der Jury gab es noch den Sonderpreis „Jean-Louis Marsan“.
Ebenfalls über einen Sonderpreis durften sich die „Clowns en folie“ freuen, jene Musikal-Clowns, die seit vielen Jahren das Publikum u. a. vor der Vorstellung musikalisch begrüßen.
Durch das Programm führte auch dieses Jahr wieder Petit Gougou als Monsieur Loyal und das große Circus-Orchester von Reto Parolari sorgte für den guten Ton – glücklicherweise waren es dieses Jahr wieder einige Nummern mehr, die sich von diesem fantastischen Orchester live begleiten ließen.
mcarlo02Rund um das Festival, das mit der Fülle der hochklassigen Nummern eines der stärksten der letzten Jahre gewesen sein dürfte, wurde erneut ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit Circus-Gottesdienst, Ausstellungen und einer „Open-Door-Circus-Show“, die dieses Jahr leider im Chapiteau und nicht „open air“ im Hafen gezeigt wurde, geboten.
Bevor sich vom 17. - 27. Januar 2013 der Vorhang für das 37. Festival International du Cirque de Monte-Carlo hebt, heißt es am 04. und. 05. Februar dieses Jahres erst einmal „Manege frei“ für das neue Nachwuchsfestival „New Generation“. Vive le Cirque in Monte-Carlo!

Text und Fotos: Stefan Nolte



 

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